Ratschlag des Jahres

Mein Ratschlag des Jahres:

Man sollte anderen keine Ratschläge geben!

In diesem Sinne wünsche ich mindestens allen Lesern dieser Worte, ein mit Freude am Ich-selbst-Sein erfülltes Jahr 2017.

Helmut Frahs

Meine Leere

Meine Leere

Kann ich erahnen, was die Welten bewegt?
Kann ich erahnen, wohin es die Lebenskräfte strebt?

Mein Liebstes hat es fortgerissen

Keiner konnte das vorher wissen
wissen, was dann in mir passiert
diese Lücke, die Nichts und niemand repariert.

Leere …

Wut und ganz viel Zorn

Schwere Leere …

In meinem Herzen ein riesiger Dorn

Dunkle Leere …

Ich bin einsam und funktionier‘

Unfassbare Leere …

Wo bist Du, wieso bist Du nicht hier?

Ich bin von Dunkelheit umschlungen
habe wie wahnsinnig mit der Leere gerungen.

Ich lebe und Du bist tot!
Verdammt, ich bin allein, ich bin in Not!

Keiner kann oder will mich verstehn,
Keiner kann oder will meine dunkle Leere sehn.

Leere …

Leere …

Leere …

Oh, da war doch ein kurzer Schimmer,
ein heller Funke – wird’s jetzt etwa noch schlimmer?

Da! Schon wieder! … Ein Bild von Dir
Nicht da draußen, so lebendig und in mir.

Du lebst in mir, in meinem Herz
Dort ist jetzt Platz, für Leben und für  Schmerz.

Kann ich erahnen, was die Welten bewegt?
Kann ich erahnen, wohin es die Lebenskräfte strebt?

Ich vermisse Dich!

© Helmut Frahs – Neu Fahrland, 2016

Meine Lösung

Mein Verstand hat es noch nie geschafft… – Meine Lösung

Meine ungesunden Verhaltensweisen
um die meine Gedanken ewig kreisen
selbst mit Gewalt und ganz viel Kraft
hat es mein Verstand noch nie geschafft
ein ungesundes Verhalten zu beenden
es wird gekämpft, bis zu meinem bitteren Verenden

Es sei denn, ich halte inne,
stelle mir die Frage, wie ich dem Wahnsinn entrinne.
Nicht mit Verstand, sondern Verständnis
entspannte Herzlichkeit, statt strengem Gefängnis.
Damit kann ich mich vom Gewohnten entwöhnen
mit Achtsamkeit und Offenheit, mein Innerstes verwöhnen.

Es ist schon wieder dieser eine Schritt ins Ungewisse
bei dem ich das Gewohnte sofort vermisse.
Die innere Lück, die das Ungewohnte bringt
füllt sich mit Angst, die mich eng umschlingt.

Hier ist nun meine innerste Kraft gefragt
die trotz der schlingenden Angst nicht verzagt.
Die der Angst vorm Ungewohnten entgegenhält
die den Frieden, statt weiteren Kampf erwählt.

Ich schenke meine Aufmerksamkeit meinem ganzen Sein,
da werden selbst die scheinbar größten Probleme ziemlich klein
Es ist die Aufmerksamkeit, meine innerste Kraft,
die Krieg in Frieden umzuwandeln verschafft.

Aufmerksamkeit ist Liebe
das Gegenteil von Strenge und Hiebe.
Das ist es, was ich mir, meiner kompletten Innenwelt schenken kann
damit breche ich den Gewohnheitsbann.

Ohne neue Gewalt in mir hervorzurufen
entwickelt sich Frieden, langsam, in kleinen Stufen.
Die Aufmerksamkeit ist diese eine Kraft
mit dieser Liebe zu mir selbst, habe ich es geschafft.
Was durch Angst und Gewalt war geschieden
neu zu verbinden und mein Innerstes zu befrieden.

© Neu Fahrland, Helmut Frahs – Dez. 2016

Mein Lebensweg

Mein Lebensweg

Keiner kann für mich die Schritte geh’n
entweder ich tue es, oder ich bleibe steh’n.
Nur ich kann meine inneren Hürden überwinden,
nur ich kann meine inneren Bruchstücke wieder verbinden.

Es ist hart, schwer und tut erst mal nicht gut;
ich bin verwirrt, voll Sorge, wohin mit der Wut?
Ich habe gelernt so vieles zu verdrängen,
doch es geht nicht mehr, mich ständig einzuengen.
Das Verdrängte schweigt nicht mehr still
zeigt sich als Schmerz, egal ob ich das will.

Meine Eltern konnten so vieles von mir nicht leiden.
Meine Eltern waren bestrebt, alles Gefährliche zu vermeiden.

Es sind die Ängste meine Eltern,
in mir lebendige Mus(s)ter und von Gestern.
Mus(s)ter, die ich noch heute vollziehen muss
machen mich krank, bringen mir viel Verdruss.

Dies zu erkennen ist mein erster Schritt,
gehe ich diesen Weg, geht das Leben mit mir mit.
Vielleicht schaffe ich es, bei mir anzukommen
Ich würd‘ es nicht schaffen, hätte ich nie etwas unternommen.

Erst wenn ich das Neue, das Ungewohnte wage,
wenn ich nicht mehr in gewohnter Starre verzage,
Dann gehe ich den nächsten Schritt
und meine Gesundheit wächst mit mir mit.

Das ist mein Lebensweg,
den kein Anderer für mich geht.

© Neu Fahrland, Helmut Frahs – Dez. 2016

Glücksschmied?

Vor ein paar Tagen kam es beim Friseur zum Gespräch über einen Auszubildenden, der nach zwei Jahren seine Lehre abgebrochen hat.

Da viel mir dann ein paar Minuten später der Spruch ein:
„Jeder ist seines Glückes Schmied“

Noch im selben Augenblick habe ich mich dann aber gefragt:

Wer bringt mir das Schmieden bei?
Wer hat diesem jungen Mann das „Schmieden“ beigebracht?

Wenn es meine Eltern, meine Familie und vielleicht noch meine LehrerInnen sind, die mir das „Glücks-Schmieden“ beigebracht haben – hmm – dann haben das alle ziemlich unbewusst getan. Und selbst waren sie alle nicht ganz so erfolgreich mit der eigenen „Schmiederei“.

Ich kann mein „Glück schmieden“. Ich kann einfluss auf meine innere Zufriedenheit nehmen – wenn ich weiß wie es geht, wenn mir es jemand erfolgreich vorlebt und mir eine Chance gibt, es selbst für mich heraus zu finden.

In diesem Sinne lerne ich das Schmieden gerade neu und bin dabei, alte Methoden zu verlernen, zu verlassen und überhaupt zu lernen, dass ich mich an der Lebensschmiede beteiligen kann.

Besseres Leben?

Es gibt kein besseres Leben.

Es gibt nur andere Lebensformen.
Lebensformen, die mehr oder weniger gut mit den
sich ständig ändernden Lebensbedingungen umgehen können.

Es gibt keine bessere Lebensformen.
Auch nicht die, die diese Worte verstehen 😉
Und schon gar nicht, der dies hier schreibt.

Gesundheit?

Was ist Gesundheit?
Für mich ist es die Kunst,
sich fortwärend bewusst und respektvoll
innerhalb der eigenen Grenzen zu gestalten.

Das Problem?
Naja, wer kennt schon seine Grenzen?
Ich lerne sie immer wieder kennen –
wenn ich nicht mehr ganz gesund bin 😉

Kein Schlamm – keine Lotusblüte

Kein Schlamm – keine Lotusblüte
No mud – no lotus
(das ist nicht von mir)

Ich achte den Schlamm – Lotusblüte
Ich verachte den Schlamm – Schlamm

Ich respektiere Dich, so wie Du bist – Lotusblüte
Ich will Dich verändern – Schlamm

Ich habe Verständnis – Lotusblüte
Ich habe Mitleid – Schlamm

Schlamm=Lotusblüte?

goldenes haus

hallo du, hallo sie, endlich hier?
ein paar dichte worte anstatt wein oder bier?

wir müssen raus
aus dem goldenen haus

es schien so wohlig, so bequem
und ist nun so eng, so extrem

gefangen in den mütterlichen fängen
ohne ausweg aus den väterlichen zwängen

versorgt, umsorgt, angst und schrecklich
irgendwie für mich langfristig tödlich

die mütterliche enge
die väterliche strenge

nein, nein, nein
nicht alles ist schlecht

aber wo bin ich
wo bin ich echt

in der enge war ich so versorgt
in der weite bin ich so besorgt

weil ich nicht weiß
mich selbst zu sein
so allein

war im goldenen käfig
so mütterlich klein

jetzt bricht er weg der schutz
jetzt bröckelt der putz

doch was dann erscheint
ist das Kind, das schrecklich weint

die vielen wunden
waren golden umwunden

nun liegt alles blank
unaufhaltsamen wachstum sei dank

die alten strukturen nähren nicht mehr
das neue beängstigt so sehr

weil ich nicht weiß
mich selbst zu sein
so allein

im käfig – gelähmt
in freiheit – gelähmt

nun geht die reise los
aufs neue – noch ist es bodenlos

ich such den grund unter den füßen
versuch mich echt zu begrüßen

mich nicht mehr zu schämen
nicht mehr mein leben verbrämen

versuch mich anzuerkennen
versuch mich und meine lage ehrlich zu benennen

damit durchbreche ich den käfig
bin damit anders als meine eltern tätig

sie konnten nicht sehen was ich sehen kann
sie waren noch gefangen im güldenen bann

nun bin ich es und scheine frei
erlebe schmerz und viel geschrei

das ist doch wie immer, so wie es war
aber es ist anders, irgendwie wunderbar

es ist ein neuer schritt nach draußen
mein innerstes wächst nach außen

was draus wird
ob könig oder hirt?

weil ich nicht weiß
mich selbst zu sein
so allein

ich!

© Helmut Frahs, 2013

Wort – Ort

Worte,
das sind wundersame Orte

Was drauf steht ist scheinbar klar
ein Tisch ist doch ein Tisch
ein Haus ein Haus
Was drin steckt, – im Wort –
oft seltsam und gar sonderbar

Da strahlt etwas heraus
aus diesem einen Wort
Aus jedem Wort
Was ist das für ein verrückter Ort?

Was strahlt da durch,
durch die Buchstaben durch?

Da ist doch scheinbar nichts,
außer schwarz und weiß

Da ist doch nichts
und doch viel mehr
als das pure Wort

Das Wort ist ein Raum
erfüllt
mit Bildern
erfüllt mit Gefühlen
erfüllt
mit irgendwelchen Dingen
die in Dir
dem Empfänger
etwas zum klingen bringen.

Mein Wort ist mein Raum
erfüllt mit meinen Bildern
erfüllt mit meinen Gefühlen
erfüllt mit meinem Klang

Was hörst Du nun?
Meine Worte?
Was siehst Du nun?
Deine Bilder?
Was fühlst Du nun?
Deine Gefühle?

Worte – für mich gar sonderbare Orte
Orte an denen ich meinte zu sein
Und doch bist da DU.

© HelmutFrahs, 2013