getrenntes Kind

was für ein schmerz
im mann
in der frau
im kind

erst scheint es glücklich
wenn alle beisammen sind

mann und frau sind vereint
im kind
als vater und mutter
im kind sind beide eins

doch etwas ist da
was nicht da sein darf
etwas
ist nicht willkommen

du bist schuld
nein – du bist schuld
ich halte es nicht mehr aus mit dir
dann verlasse mich und komm nie wieder

trennung

im kind sind beide vereint
vater und mutter

welch brutaler schmerz
im kind
auch in den eltern

das kind bleibt bei einem
ist ab und zu beim anderen
elternteil

die mutter lehnt den vater ab
der vater lehnt die mutter ab

die “echte” mutter – da draußen
der “echte” vater – da draußen

und beide im kind
der vater
die mutter im kind
die mutter
den vater im kind

egal ob bewusst oder wohl eher unbewusst
es ist ein glasklarer spiegel für alle

doch wer hat die kraft
wirklich in sein spiegelbild zu blicken?
wenn nicht die eltern
dann vielleicht
das getrennte kind

© Helmut Frahs, 2012

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Selbstmut

Oh, was lief ich davon
so schnell
so weit
mich meine Kräfte trugen

Nun bin ich erschöpft
ich kann nicht mehr
es geht nicht mehr weiter

Es zieht mich zu mir zurück
zu dem
vor dem ich weggelaufen bin

Im Moment des Umkehrens ist es passiert
da tauchte sie auf die neue Kraft
Selbstmut

Der Mut
mich mir selbst zu zumuten
Der Mut
mich Anderen zu zumuten

Es schien, als wäre ich so weit vor mir weg gerannt
doch nun habe ich erkannt
ich bin es
ich bin es, der vor sich selbst war weg gerannt

Das braucht Mut
sich selbst so klar zu benennen

Selbstmut

Nun bin ich
wie ich bin
bin immer noch
der ich schon immer war
und doch anders

Nun mute ich mich bewusst
mir
und all den Anderen zu

Früher hatte ich große Angst davor
Heute ist die Angst ein wenig überwunden

Selbstmut
er ist einfach da
und bleibt vielleicht
und vermehrt sich bald in Dir?

© Helmut Frahs, 2012

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Gefühls…

es tobt in mir
ungeahnte
unbekannte
ungewollte Kräfte prallen aufeinander

in mir
Gefühle

Diese Worte greifen an
Dich und mich
mal zart berührend
mal schmerzlich in der Wunde bohrend

Du, ja DU in mir
Du schreckliches Gefühl
Dich will ich nicht
geh weg
verschwinde aus mir

Und DU da draußen
Du blöder Mensch
hör gefälligst auf damit
ständig schreckliche Gefühle
in mir auszulösen

Ich will das nicht
so will ich Dich nicht
kapierst Du das?

Ich will nur
dass Du
schöne
nette
liebe
gute
Gefühle in mir auslöst!

Dann mag ich Dich
dann sag ich vielleicht sogar
“ich liebe Dich”

Aber wehe,
wenn Du eins erweckst
eins der schrecklichen Gefühle
eins der schrecklich vielen Gefühle in mir
die ich nicht haben will

Ich habe Angst vor ihnen
ich habe Angst vor Dir
Angst
dass Du schon wieder
Schreckliches in mir auslöst

OH verdammt
schon diese Angst ist schrecklich für mich
quält mich
lähmt mich
kostet mich so viel meiner Lebenskraft
um all die ungewollten Gefühle zu unterdrücken

Uaaaaaahhhrrrrr
da steht etwas auf
in mir
eine brüllende Kraft
sie erträgt sie nicht mehr
diese lähmende Ohnmacht
diese quälende Kraft
der schrecklichen Gefühle

Sie ist auferstanden von den Toten
diese Kraft in mir – oh mein Gott
sie war doch verboten

Sie brüllt in mir
“ich lass mich nicht länger unterdrücken
wir alle lassen uns nicht mehr verdammen
entweder Du lernst
mit uns zu leben
oder wir gehen alle zugrunde
werden wieder Staub und Asche”

Ich weiß nicht wie es geht
ich weiß aber, dass es stimmt
dass es so nicht mehr weiter geht
Ich weiß jetzt
dass das Schreckliche mich beherrscht
je mich es verdränge
desto mehr quält es mich
in tödliche Enge

Ich höre Dir zu
Dir brüllender Kraft
ich höre Dich
und gebe Dir Raum
in mir

Auch wenn die gewohnte Angst versucht
den neuen Raum gleich wieder zu verengen

Der Anfang ist gemacht
der Durchbruch ist vollbracht
ich bin irgendwie
aus der Gefühlsohnmacht
erwacht

© Helmut Frahs, 2012

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Eine Frage

Eine Frage:

ist Gott noch der Selbe, wie vor 2012 Jahren?

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du – mein unbewusstes


was in mir bewusstlos bleibt
still und unbemerkt
an die oberfläche treibt

von draußen klopft es dann an bei mir
will aufmerksamkeit
schreit: sieh mich an, ich bin hier

ich denk – oh je, was will dieses wesen
du – du bist schuld
du, nicht ich, war’s gewesen

es wäre so leicht für mich gewesen
wenn du die schuld getragen hättest
und ich – ich wär das unschuldswesen

doch irgendwann konnt ich’s nicht mehr verdrängen
erkannte mich in dir
es war vorbei, mit fliehen und fortrennen

sobald der raum in mir gewachsen ist
für dich und deine schuld
du dann für immer verschwunden bist

zurück bleib nur noch ich
denn was sonst wäre zu erkennen
ausser dICH

so ist alles was sich von mir trennt
nur das bewusstlose in mir
das sich in mein bewusstsein drängt

© Helmut Frahs, 2012

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Liebes-Mathemathik

1) Geduld

Geduld = Liebe
viel Geduld = viel Liebe
sehr viel Geduld = sehr viel Liebe
unendlich viel Geduld = unendlich viel Liebe

wenig Geduld = wenig Liebe
ich liebe Dich nur,
wenn Du so bist, wie ich Dich haben will
wenn Du machst, was ich Dir sage
wenn Du mich nicht an meine vergessenen Ängste erinnerst
wenn Du mich nicht an meine verdrängten Probleme erinnerst
wenn Du Dich so verhältst, dass es mir gut geht

2) Raum

innerer Raum = willkommen sein = Liebe
wenig Raum in mir = wenig ist in mir willkommen = wenig Liebe ist in mir
in mir ist Raum für Dich = Du bist mir willkommen wie Du bist = in mir ist viel Liebe für Dich

innerer Raum = Verständnis = willkommen sein = Liebe
ich muss nicht einverstanden sein, aber ich habe Verständnis
in mir ist Raum für Dich = ich habe Verständnis für Dich = in mir ist Liebe für Dich

Raum = Geduld = Verständnis = willkommen sein = Liebe

Berühren diese Worte Dich?
Berühren diese Worte Deinen Raum?
Bin ich durch diese Worte in Dir willkommen?

Bist Du die Liebe?

© Helmut Frahs, 2012

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Wir bin ich?

ich weiß es nicht
wer ich bin
bin ich einer
oder viele?

wir sind eins
wir sind eine Familie
wir sind ein Volk
wir sind eine Gruppe
wir sind ein Deutschland

ICH – Deutschland?
wer ist dieses ICH?
ich fall ins bodenlose

Da ist kein ICH
nur viele

doch die vielen
die EIN wir ergeben
sind auch nur viele EINE

Ein ICH mach aus vielen Einen
eine EINS

Ich macht aus fünf EINSEN
EIN WIR
EINE fünf
EIN ICH – bin die fünf

Wir bin ich?
Wer sind ich?

Wer von den vielen
schreibt den hier?

Wer stellt diese Fragen?

Da ist kein ICH in mir
das laut schreit:
ICH bin es
ICH bin hier

ICH ist eins
ICH macht aus vielen EINS

Verstehst Du mich?
ich bin viele
und doch EINS

Wir bin ich?
Wir bin ICH!

© Helmut Frahs, 2012

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Macht?


Die Macht der Machtlosigkeit
ist die Kraft
die vom Müssen befreit

Die Macht, etwas geschehen zu lassen
ist grenzenlos
und respektiert jede Grenze

Die Macht, es geschehen zu lassen
ist das Geschehen zu sein

Die Macht
ist Liebe

Die Macht, nichts zu machen
mich – so wie ich bin – zu lassen

Alles
Dich
Mich

© Helmut Frahs, 2012

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Eine Uneinigkeit

Eins – Uneins

ICH – ICH

Allein – all ein

ICH – ICH

Einer – Keiner

Welle – Materie

ICH – ICH

Du – Wir

ICH – ICH

© Helmut Frahs, 2012

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Von 0 auf 100

Von null auf hundert
der Anspruch ist groß
und dann verwundert
was stümpert der bloß

sich selbst zu hassen
lässt jedes innere Licht erblassen

von null auf hundert
immer alles richtig zu machen
das ist mein Schmerz
das ist mein Bann

Ihn zu durchbrechen?
Wieder etwas, was ich nicht kann.

Erst, wenn ich ihn anerkennen kann
löst er sich auf - mein Bann
Erst, wenn ich es kann
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