Herz

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Ich suchte mit all meiner Kraft
ein Leben voller Glück

Doch ich fand nicht was ich suchte

Ich wollte ein Leben ohne Schmerz
hab alles dafür getan
was ich zu tun im Stande wahr

Was hab ich gefunden?

Viel Schmerz und wenig Glück

Dann brach es auf
mein Herz
vor lauter Unglück
vor lauter Schmerz

Was herauskam ist sonderbar
Es spricht zu mir:
Du bist mir willkommen
egal ob glücklich oder nicht
egal ob voller Schmerz oder nicht
Du bist wie Du bist
willkommen

© Helmut Frahs, 2012

getrenntes Kind

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was für ein schmerz
im mann
in der frau
im kind

erst scheint es glücklich
wenn alle beisammen sind

mann und frau sind vereint
im kind
als vater und mutter
im kind sind beide eins

doch etwas ist da
was nicht da sein darf
etwas
ist nicht willkommen

du bist schuld
nein – du bist schuld
ich halte es nicht mehr aus mit dir
dann verlasse mich und komm nie wieder

trennung

im kind sind beide vereint
vater und mutter

welch brutaler schmerz
im kind
auch in den eltern

das kind bleibt bei einem
ist ab und zu beim anderen
elternteil

die mutter lehnt den vater ab
der vater lehnt die mutter ab

die „echte“ mutter – da draußen
der „echte“ vater – da draußen

und beide im kind
der vater
die mutter im kind
die mutter
den vater im kind

egal ob bewusst oder wohl eher unbewusst
es ist ein glasklarer spiegel für alle

doch wer hat die kraft
wirklich in sein spiegelbild zu blicken?
wenn nicht die eltern
dann vielleicht
das getrennte kind

© Helmut Frahs, 2012

Gefühls…

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es tobt in mir
ungeahnte
unbekannte
ungewollte Kräfte prallen aufeinander

in mir
Gefühle

Diese Worte greifen an
Dich und mich
mal zart berührend
mal schmerzlich in der Wunde bohrend

Du, ja DU in mir
Du schreckliches Gefühl
Dich will ich nicht
geh weg
verschwinde aus mir

Und DU da draußen
Du blöder Mensch
hör gefälligst auf damit
ständig schreckliche Gefühle
in mir auszulösen

Ich will das nicht
so will ich Dich nicht
kapierst Du das?

Ich will nur
dass Du
schöne
nette
liebe
gute
Gefühle in mir auslöst!

Dann mag ich Dich
dann sag ich vielleicht sogar
„ich liebe Dich“

Aber wehe,
wenn Du eins erweckst
eins der schrecklichen Gefühle
eins der schrecklich vielen Gefühle in mir
die ich nicht haben will

Ich habe Angst vor ihnen
ich habe Angst vor Dir
Angst
dass Du schon wieder
Schreckliches in mir auslöst

OH verdammt
schon diese Angst ist schrecklich für mich
quält mich
lähmt mich
kostet mich so viel meiner Lebenskraft
um all die ungewollten Gefühle zu unterdrücken

Uaaaaaahhhrrrrr
da steht etwas auf
in mir
eine brüllende Kraft
sie erträgt sie nicht mehr
diese lähmende Ohnmacht
diese quälende Kraft
der schrecklichen Gefühle

Sie ist auferstanden von den Toten
diese Kraft in mir – oh mein Gott
sie war doch verboten

Sie brüllt in mir
„ich lass mich nicht länger unterdrücken
wir alle lassen uns nicht mehr verdammen
entweder Du lernst
mit uns zu leben
oder wir gehen alle zugrunde
werden wieder Staub und Asche“

Ich weiß nicht wie es geht
ich weiß aber, dass es stimmt
dass es so nicht mehr weiter geht
Ich weiß jetzt
dass das Schreckliche mich beherrscht
je mehr ich es verdränge
desto mehr quält es mich
in tödliche Enge

Ich höre Dir zu
Dir brüllender Kraft
ich höre Dich
und gebe Dir Raum
in mir

Auch wenn die gewohnte Angst versucht
den neuen Raum gleich wieder zu verengen

Der Anfang ist gemacht
der Durchbruch ist vollbracht
ich bin irgendwie
aus der Gefühlsohnmacht
erwacht

© Helmut Frahs, 2012

du – mein unbewusstes

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was in mir bewusstlos bleibt
still und unbemerkt
an die oberfläche treibt

von draußen klopft es dann an bei mir
will aufmerksamkeit
schreit: sieh mich an, ich bin hier

ich denk – oh je, was will dieses wesen
du – du bist schuld
du, nicht ich, war’s gewesen

es wäre so leicht für mich gewesen
wenn du die schuld getragen hättest
und ich – ich wär das unschuldswesen

doch irgendwann konnt ich’s nicht mehr verdrängen
erkannte mich in dir
es war vorbei, mit fliehen und fortrennen

sobald der raum in mir gewachsen ist
für dich und deine schuld
du dann für immer verschwunden bist

zurück bleib nur noch ich
denn was sonst wäre zu erkennen
ausser dICH

so ist alles was sich von mir trennt
nur das bewusstlose in mir
das sich in mein bewusstsein drängt

© Helmut Frahs, 2012

Wir bin ich?

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ich weiß es nicht
wer ich bin
bin ich einer
oder viele?

wir sind eins
wir sind eine Familie
wir sind ein Volk
wir sind eine Gruppe
wir sind ein Deutschland

ICH – Deutschland?
wer ist dieses ICH?
ich fall ins Bodenlose

Da ist kein ICH
nur viele

doch die vielen
die EIN wir ergeben
sind auch nur viele EINE

Ein ICH macht aus vielen Einen
eine EINS

Ich macht aus fünf EINSEN
EIN WIR
EINE fünf
EIN ICH – bin die fünf

Wir bin ich?
Wer sind ich?

Wer von den vielen
schreibt den hier?

Wer stellt diese Fragen?

Da ist kein ICH in mir
das laut schreit:
ICH bin es
ICH bin hier

ICH ist eins
ICH macht aus vielen EINS

Verstehst Du mich?
ich bin viele
und doch EINS

Wir bin ich?
Wir bin ICH!

© Helmut Frahs, 2012

Macht?

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Die Macht der Machtlosigkeit
ist die Kraft
die vom Müssen befreit

Die Macht, etwas geschehen zu lassen
ist grenzenlos
und respektiert jede Grenze

Die Macht, es geschehen zu lassen
ist das Geschehen zu sein

Die Macht
ist Liebe

Die Macht, nichts zu machen
mich – so wie ich bin – zu lassen

Alles
Dich
Mich

© Helmut Frahs, 2012

Verwirrende Eltern?

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In mir seid Ihr eins.
Im Außen seid Ihr zwei.
Mit mir als Kind, sind wir drei.

Das verwirrt mich und ich schrei
eins oder drei?
vielleicht doch nur zwei?

Wie könnt Ihr da draußen zwei sein,
wenn Ihr in mir eins seid.

Oder seid Ihr in mir zwei?
Und doch nicht eins?

Wie könntet Ihr eins sein?
Ich seh Euch streiten
Ich seh Euch ablehnen
Ich seh Euch weglaufen
Ich seh Euch verurteilen

Ich sehe Euch zwei da draußen
Ich erlebe Euch uneins in mir.

Ich glaube mir geht es wie Euch,
Ich erlebe eine Uneinigkeit
Der Eine ist sich uneinig
Innen wie Außen

© Helmut Frahs, 2012