Da es schon mehrfach zu Missverständnissen geführt hat, ein Hinweis von mir, dass das nachfolgende Gedicht keinen persönlichen Verlust von mir beschreibt. Das Gedicht ist nach der Teilnahme an einer Infoveranstaltung zum Thema Trauer entstanden. Ich habe in den nachfolgenden Worten die dort von mir wahrgenommene Stimmung formuliert.


Meine Leere

Kann ich erahnen, was die Welten bewegt?
Kann ich erahnen, wohin es die Lebenskräfte strebt?

Mein Liebstes hat es fortgerissen

Keiner konnte das vorher wissen
wissen, was dann in mir passiert
diese Lücke, die Nichts und niemand repariert.

Leere …

Wut und ganz viel Zorn

Schwere Leere …

In meinem Herzen ein riesiger Dorn

Dunkle Leere …

Ich bin einsam und funktionier‘

Unfassbare Leere …

Wo bist Du, wieso bist Du nicht hier?

Ich bin von Dunkelheit umschlungen
habe wie wahnsinnig mit der Leere gerungen.

Ich lebe und Du bist tot!
Verdammt, ich bin allein, ich bin in Not!

Keiner kann oder will mich verstehn,
Keiner kann oder will meine dunkle Leere sehn.

Leere …

Leere …

Leere …

Oh, da war doch ein kurzer Schimmer,
ein heller Funke – wird’s jetzt etwa noch schlimmer?

Da! Schon wieder! … Ein Bild von Dir
Nicht da draußen, so lebendig und in mir.

Du lebst in mir, in meinem Herz
Dort ist jetzt Platz, für Leben und für  Schmerz.

Kann ich erahnen, was die Welten bewegt?
Kann ich erahnen, wohin es die Lebenskräfte strebt?

Ich vermisse Dich!

© Helmut Frahs – Neu Fahrland, 2016