Grundlos GlücklICH

Ich sehe das Leben
Ich sehe, was ich sehe
Ich sehe

Ich weiß nicht
was ich sehe
Ich sehe doch immer nur mich

nur mICH
oder dICH?

Grundlos GlücklICH
ohne Sorgen heut und Morgen
einfach schrecklich kompliziert
egal ob mir warm ist
oder mich friert

Grundlos GlücklICH
weil ich es bin – ICH, ICH, ICH

Drinnen gärt es, schlicht und grässlich
Draußen schlägt es, kalt und hässlich
Du und ich wir sind uns ähnlich

Da ist so vieles was hier drin ist
Einfach Vieles was so schlimm ist,
so schlimm,
dass es nicht willkommen ist.
IST, IST, IST
Nicht willkommen!
Weder in mir drinnen,
noch in Dir draußen.

Du da draußen kriegst es ab,
weil es hier drin ist
Bekommst all das Verbotene zu spüren,
egal wie schlimm’s ist

Grundlos GlücklICH
ohne Sorgen heut und Morgen
einfach herrlich kompliziert
egal ob mir warm ist
oder mich friert

Es muss nach draußen
es drängt und drückt
egal ob glänzend oder verrückt.
Es drängt zu Dir
und spiegelt mich zu mir.

Es passiert ganz unbemerkt
nennt sich Leben, Tod und vieles mehr,
mal ganz kläglich, mal auch unbeschwert.

Grundlos GlücklICH
ob mit oder ohne
viel oder wenig
Trauer oder Freude
Ich oder Du

Ja DU! Was sagst Du dazu?
liest und schweigst

wozu?

© HelmutFrahs, 2013

dICH – Teil2 – das beste Geschenk

Du bist es
egal ob ich dICH mag oder nicht

Du bist das Geschenk
das ich immer suchte
und doch nie so wollte, wie Du bist

Ich wollte mich finden
wollte wissen wer und wie ich bin
Aber nur die Sonnenseiten waren mir willkommen

Doch Du hast es geschafft
meine dicksten Blockaden
einfach davon gerafft

Ich habe Dich behandelt
wie mich selbst
Wollte von Dir und meiner Dunkelheit nichts wissen

Ängste?
Die hast nur Du

Fehlende Entscheidungskraft?
Die hast nur Du

Kein Raum für Gefühle?
Das hast nur Du

Wut und Zorn?
Die hast nur Du

Du Du Du

Und heute?
Als wären wir andere Leute
Bist Du nicht mehr meines Richters Beute

Heute ahne ich, was Liebe ist
Ängste?

Ich hatte Angst vor Deinen Ängsten

Keine Entscheidungskraft?
Ich hatte Angst, mich zu entscheiden

Gefühle
Ich wusste ihnen keinen Raum zu geben

Wut und Zorn
Ich bin voll davon

Und dann der Hammer
Ich bin Dein Geschenk

ICH

Ich bin das Beste was es gibt
Für dICH und mICH
Ein Zeichen, wie sehr das Leben uns liebt.

Es ist unfassbar für mich
wir sind das Beste füreinander

Du für mICH
und ich für dICH

egal wie sehr wir uns lieben oder nicht

© HelmutFrahs, 2012

Aus dem Sumpf befreit?

Ich habe gefleht
gejammert
gebettelt
geflucht
gewettet
gefordert

Ich wollte raus
um jeden Preis

Ich wollte raus
aus meinem Sumpf

Ängste
Zweifel
Unsicherheiten
viele schreckliche Gefühle

Ich wollte raus aus diesem Morast
aus dieser emotionalen Gefangenschaft

Dann hat es mich erschüttert
mich unfassbar zerbrochen

Ich verstand
dass nichts mich aus dem Sumpf befreit
egal wie laut mein Innerstes schreit

Ich kann nie dem Sumpf entsteigen
Nie!

Erst wenn ich das versteh
dass ich der Samen bin
und der Sumpf mein Nährboden
dann verwandle ich mich
ich – der Samen

Dann wächst etwas aus dem Sumpf heraus

Nicht ich – der Samen
sondern das,
was aus dem Samen wird
wenn er sich aus seinen Wurzeln nährt

Meine Wurzeln?
Was sind denn meine Wurzeln?
Das sind doch meine Eltern
meine Heimat
meine Kindheit

Das ist doch der Sumpf
dem ich meine entfliehen zu  müssen

Was aus dem Sumpf herauskommt
bin nicht mehr ich

Das was mich im Sumpf hält
bleibt im Sumpf zurück
und nährt das ich
das dem Sumpf empor gewachsen ist

Herz

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Ich suchte mit all meiner Kraft
ein Leben voller Glück

Doch ich fand nicht was ich suchte

Ich wollte ein Leben ohne Schmerz
hab alles dafür getan
was ich zu tun im Stande wahr

Was hab ich gefunden?

Viel Schmerz und wenig Glück

Dann brach es auf
mein Herz
vor lauter Unglück
vor lauter Schmerz

Was herauskam ist sonderbar
Es spricht zu mir:
Du bist mir willkommen
egal ob glücklich oder nicht
egal ob voller Schmerz oder nicht
Du bist wie Du bist
willkommen

© Helmut Frahs, 2012

stark oder schwach?

Der Starke ist stark genug, um schwach zu sein.
Der Schwache muss stark sein.

Das klingt klug und ist es wohl auch.
Doch was ist Schwäche?
Und was ist Stärke?

Ist für mich schwach,
was für Dich stark ist?

Ist äußere Stärke etwas anderes
als innere Stärke?

Ich erlebe mich als stark,
wenn ich meinen Gefühlen Raum geben kann
ohne übermannt (!) zu werden

wenn ich im Bewusstsein meiner Angst handle
anstatt aus Angst

Ich erlebe mich als schwach,
wenn ich meinen Gefühlen gebenüber ohnmächtig bin.

Wie ist das für Dich?
Was ist für Dich schwach oder stark?

 

getrenntes Kind

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was für ein schmerz
im mann
in der frau
im kind

erst scheint es glücklich
wenn alle beisammen sind

mann und frau sind vereint
im kind
als vater und mutter
im kind sind beide eins

doch etwas ist da
was nicht da sein darf
etwas
ist nicht willkommen

du bist schuld
nein – du bist schuld
ich halte es nicht mehr aus mit dir
dann verlasse mich und komm nie wieder

trennung

im kind sind beide vereint
vater und mutter

welch brutaler schmerz
im kind
auch in den eltern

das kind bleibt bei einem
ist ab und zu beim anderen
elternteil

die mutter lehnt den vater ab
der vater lehnt die mutter ab

die „echte“ mutter – da draußen
der „echte“ vater – da draußen

und beide im kind
der vater
die mutter im kind
die mutter
den vater im kind

egal ob bewusst oder wohl eher unbewusst
es ist ein glasklarer spiegel für alle

doch wer hat die kraft
wirklich in sein spiegelbild zu blicken?
wenn nicht die eltern
dann vielleicht
das getrennte kind

© Helmut Frahs, 2012

Selbstmut

Oh, was lief ich davon
so schnell
so weit
mich meine Kräfte trugen

Nun bin ich erschöpft
ich kann nicht mehr
es geht nicht mehr weiter

Es zieht mich zu mir zurück
zu dem
vor dem ich weggelaufen bin

Im Moment des Umkehrens ist es passiert
da tauchte sie auf die neue Kraft
Selbstmut

Der Mut
mich mir selbst zu zumuten
Der Mut
mich Anderen zu zumuten

Es schien, als wäre ich so weit vor mir weg gerannt
doch nun habe ich erkannt
ich bin es
ich bin es, der vor sich selbst war weg gerannt

Das braucht Mut
sich selbst so klar zu benennen

Selbstmut

Nun bin ich
wie ich bin
bin immer noch
der ich schon immer war
und doch anders

Nun mute ich mich bewusst
mir
und all den Anderen zu

Früher hatte ich große Angst davor
Heute ist die Angst ein wenig überwunden

Selbstmut
er ist einfach da
und bleibt vielleicht
und vermehrt sich bald
in mir

in Dir?

© Helmut Frahs, 2012

Gefühls…

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es tobt in mir
ungeahnte
unbekannte
ungewollte Kräfte prallen aufeinander

in mir
Gefühle

Diese Worte greifen an
Dich und mich
mal zart berührend
mal schmerzlich in der Wunde bohrend

Du, ja DU in mir
Du schreckliches Gefühl
Dich will ich nicht
geh weg
verschwinde aus mir

Und DU da draußen
Du blöder Mensch
hör gefälligst auf damit
ständig schreckliche Gefühle
in mir auszulösen

Ich will das nicht
so will ich Dich nicht
kapierst Du das?

Ich will nur
dass Du
schöne
nette
liebe
gute
Gefühle in mir auslöst!

Dann mag ich Dich
dann sag ich vielleicht sogar
„ich liebe Dich“

Aber wehe,
wenn Du eins erweckst
eins der schrecklichen Gefühle
eins der schrecklich vielen Gefühle in mir
die ich nicht haben will

Ich habe Angst vor ihnen
ich habe Angst vor Dir
Angst
dass Du schon wieder
Schreckliches in mir auslöst

OH verdammt
schon diese Angst ist schrecklich für mich
quält mich
lähmt mich
kostet mich so viel meiner Lebenskraft
um all die ungewollten Gefühle zu unterdrücken

Uaaaaaahhhrrrrr
da steht etwas auf
in mir
eine brüllende Kraft
sie erträgt sie nicht mehr
diese lähmende Ohnmacht
diese quälende Kraft
der schrecklichen Gefühle

Sie ist auferstanden von den Toten
diese Kraft in mir – oh mein Gott
sie war doch verboten

Sie brüllt in mir
„ich lass mich nicht länger unterdrücken
wir alle lassen uns nicht mehr verdammen
entweder Du lernst
mit uns zu leben
oder wir gehen alle zugrunde
werden wieder Staub und Asche“

Ich weiß nicht wie es geht
ich weiß aber, dass es stimmt
dass es so nicht mehr weiter geht
Ich weiß jetzt
dass das Schreckliche mich beherrscht
je mehr ich es verdränge
desto mehr quält es mich
in tödliche Enge

Ich höre Dir zu
Dir brüllender Kraft
ich höre Dich
und gebe Dir Raum
in mir

Auch wenn die gewohnte Angst versucht
den neuen Raum gleich wieder zu verengen

Der Anfang ist gemacht
der Durchbruch ist vollbracht
ich bin irgendwie
aus der Gefühlsohnmacht
erwacht

© Helmut Frahs, 2012